Ein digitales Fahrtenbuch wie Xevono liest den Kilometerstand nicht aus dem Fahrzeug aus – es berechnet die gefahrene Strecke aus GPS-Daten (siehe Automatische Fahrterfassung per GPS). Da liegt die Frage nahe: Ist das genau genug für ein Fahrtenbuch? Schauen wir es uns an einer echten Fahrt an.
Es kommt nicht auf die Genauigkeit eines einzelnen GPS-Punktes an, sondern auf die Summe vieler Punkte plus ein Korrektiv:
- Moderne Smartphones positionieren unter freiem Himmel in der Regel auf wenige Meter genau.
- Über eine Fahrt entstehen hunderte bis tausende dichte Messpunkte – ihre Summe ergibt eine Streckenlänge, die in der Praxis sehr nah an der Tachoanzeige liegt.
- Offensichtliche Ausreißer werden herausgefiltert, und die Lückenerkennung gleicht die Restdifferenz über den Tachostand ab.
So entsteht eine fahrtenbuchtaugliche Genauigkeit – ganz ohne OBD-Stecker.
So genau ist eine einzelne GPS-Messung
„GPS" steht heute meist für mehrere Satellitensysteme gleichzeitig – neben dem US-amerikanischen GPS auch Galileo (EU), GLONASS und BeiDou. Moderne Smartphones empfangen mehrere dieser Systeme parallel und kombinieren das Signal zusätzlich mit den Bewegungssensoren des Geräts. Unter freiem Himmel landet man damit in der Regel bei einer Genauigkeit von wenigen Metern, unter günstigen Bedingungen besser.
Ungenauer wird es dort, wo die Satellitensicht eingeschränkt ist: in Tunneln, Tiefgaragen oder zwischen hohen Gebäuden. Dann kann die Position kurzzeitig „springen" oder bei stehendem Fahrzeug ein paar Meter „wandern". Genau deshalb verlässt sich ein gutes digitales Fahrtenbuch nicht auf einen einzelnen Punkt.
Warum es auf die Summe ankommt – nicht auf den Einzelpunkt
Eine Fahrt besteht nicht aus einem GPS-Punkt, sondern aus vielen. Die Streckenlänge ist die Summe der Abstände zwischen aufeinanderfolgenden Punkten. Zufällige Streufehler einzelner Messungen mitteln sich dabei zu einem guten Teil heraus – das Gesamtergebnis ist deutlich stabiler als jeder einzelne Messwert.
Dazu kommt ein oft übersehener Punkt: Auch der Wegstreckenzähler im Fahrzeug ist nicht „die Wahrheit". Er hat eine zulässige Toleranz und zeigt in der Praxis häufig eher etwas mehr an als tatsächlich gefahren. Bei einem Fahrtenbuch stehen sich also zwei Messungen gegenüber, die beide eine eigene Toleranz haben – und die in der Praxis dicht beieinanderliegen.
Eine echte Fahrt, sichtbar gemacht
Hier eine reale, mit Xevono erfasste Fahrt von Meerbusch nach Düsseldorf: rund 20 km, 36 Minuten, 1028 aufgezeichnete GPS-Punkte (drei davon waren erkennbare Ausreißer und wurden für die Darstellung herausgefiltert). Jeder Punkt ist eine eigene Messung – im Schnitt eine alle rund zwei Sekunden, dichter dort, wo sich das Fahrzeug bewegt. Die Farbe zeigt das Tempo am jeweiligen Punkt:
Zoomt man in einen einzelnen Abschnitt hinein, wird sichtbar, was „GPS-Aufzeichnung" konkret bedeutet – kein geglätteter Bogen, sondern echte Spurpunkte im Sekundentakt:
In der App selbst landet die Route auf der Karte – inklusive der Bestätigung, wie viele GPS-Punkte zu dieser Fahrt gehören, und des GPX-Exports:
Was die App tut, wenn GPS mal nicht perfekt war
Genauigkeit entsteht nicht nur durch gute Rohdaten, sondern auch durch das, was die App damit macht:
- Ausreißer-Filterung: Offensichtlich unmögliche Sprünge (ein Punkt hunderte Meter abseits zwischen zwei nahen Nachbarn) werden erkannt und fließen nicht in die Streckenberechnung ein. Im Beispiel oben waren das 3 von 1028 Punkten – an der Streckenlänge ändert sich dadurch praktisch nichts.
- Lückenerkennung: Xevono vergleicht den von dir eingetragenen Tachostand mit der Summe der erfassten Fahrten. Weicht etwas ab – etwa weil eine kurze Fahrt nicht erfasst wurde –, meldet die App das, sodass du sie nachtragen oder korrigieren kannst. Das Fahrtenbuch bleibt lückenlos und plausibel.
- GPS-Routenaufzeichnung: Wer es ganz genau will, lässt während der Fahrt die vollständige Strecke mitschreiben – das macht die Distanzberechnung noch präziser.
Mehr dazu im Beitrag Automatische Fahrterfassung per GPS – ohne Stecker.
Verifizierung: nachprüfbar, dass nichts verändert wurde
„Genauigkeit" ist die eine Frage – „Unveränderbarkeit" die andere, für ein Fahrtenbuch ebenso wichtige. Jeder Eintrag erhält bei Xevono eine kryptografische SHA-256-Prüfsumme, die serverseitig in einem unveränderlichen WORM-Speicher abgelegt wird. Über die Website lässt sich ein einzelner Eintrag verifizieren – inklusive der Information, dass die hinterlegten GPS-Punkte zu diesem Eintrag passen. Technische Details dazu im GoBD Compliance Report und im Beitrag Wie funktioniert ein elektronisches Fahrtenbuch?.
Grenzen – ehrlich gesagt
Kein Ortungssystem ist perfekt. In Tiefgaragen, Tunneln oder dichten Hochhausschluchten kann die Position kurz schlechter werden; bei längerem Stillstand kann GPS ein paar Meter „driften"; und sehr kurze Fahrten haben weniger Punkte, über die sich Streufehler ausmitteln. Entscheidend ist deshalb das Zusammenspiel aus dichter Aufzeichnung, Ausreißer-Filter und Tachostand-Abgleich – nicht die Genauigkeit eines einzelnen Messpunkts.
Häufige Fragen
Wie genau ist GPS in einem Smartphone?
Stimmt die GPS-Strecke mit meinem Tachostand überein?
Was passiert bei einem GPS-Ausreißer?
Funktioniert das in Tiefgaragen oder Tunneln?
Muss „Genauer Standort" aktiviert sein?
Brauche ich für mehr Genauigkeit einen OBD-Stecker?
Weiterlesen: Automatische Fahrterfassung per GPS – ohne Stecker · Wie funktioniert ein elektronisches Fahrtenbuch? · Welche Standort-Berechtigung braucht Xevono? · Was ist ein digitales Fahrtenbuch? · alle Artikel im Blog.